Die Alternative zu Invisalign® besteht in einer festen Zahnspange mit Brackets und Drähten, welche viele Patienten aus ästhetischen Gründen schon von vornherein ablehnen. Wer seine Zähne dennoch mit einer Spange behandeln und diese am liebsten unsichtbar haben möchte, aber den Gang zum Zahnarzt scheut, dürfte sich über folgende Tatsache freuen: Die Invisalign® Aligner durften bis zum Jahr 2017 nur über autorisierte Kieferorthopäden vertrieben werden, da die Technologie patentiert war – dieses Patent lief aber in besagtem Jahr aus, so dass ähnliche Unternehmen den Markt der unsichtbaren Zahnspangen erobern konnten und ihren Patienten nun eine neue, positive Erfahrung in dieser Hinsicht versprechen.

Es handelt sich hierbei um Start-ups mit den schönen Namen Smilemeup oder SunshineSmile, die ebenfalls durchsichtige Aligner anbieten – mit dem Unterschied, dass die Zahnkorrektur-Wunder ausschließlich online erhältlich sind. Der erste Kontakt damit ist also nicht die Zahnarztpraxis, sondern das Internet. Das soll die Behandlung vereinfachen, den Patienten Kosten sparen und auch Zeit einsparen. Ein Trend, der wie gerufen kommt für eine Gesellschaft, die es gewohnt ist, Konsumgüter und Nutzgegenstände des Alltags verstärkt im Internet zu bestellen.

Wie funktioniert die Aligner-Behandlung ohne Zahnarzt?

Manche Anbieter kommen nicht ganz ohne Arztbesuch aus, so dass zumindest am Anfang eine ausgewählte Praxis aufgesucht werden muss, um Abdrücke vom Gebiss nehmen zu können und eine ausführliche Beratung genießen zu können.

Operiert der Anbieter ganz ohne Arzt, ist der Patient selbst zu Gange und behandelt sich mit der Do-it-yourself Methode. Das funktioniert folgendermaßen: Der interessierte Patient bekommt ein Set nach Hause geschickt, mit dem er den Zahnabdruck selbst nehmen kann. Weiterhin soll er Fotos von seinen Zähnen machen und muss einen Fragebogen zur Behandlung ausfüllen. Alles zusammen wird an den Anbieter geschickt, welcher daraufhin einen 3D-Abdruck simuliert. Sollte man alleine zu Hause nicht klar kommen, gibt es Videoanleitungen, die bei der Anwendung helfen. Selbst bei der Hilfe zur Selbsthilfe ist alles auf Online-Kanäle ausgelegt. Agiert das Unternehmen seriös, entscheidet nach Einsendung der Unterlagen ein Arzt darüber, ob ein Patient mit den unsichtbaren Alignern behandelt werden kann oder nicht. Auch hier gilt: Bei groben Fehlbissen und massiven Kieferfehlstellungen können die Aligner nichts ausrichten und eine Behandlung ist zwecklos. Falls das Ergebnis der Prüfung positiv ausfällt, werden die Schienen angefertigt und zum Patienten per Post nach Hause geschickt. Im weiteren Verlauf der Behandlung wird sich digitaler Medien bedient, welche den Behandlungserfolg unterstützen sollen.

Wie erfolgreich ist die Therapie?

So sollte der Anwender die Anwendungsergebnisse regelmäßig in eine App eintragen oder dem Anbieter auf andere, digitale Art und Weise zukommen lassen, damit dieser justieren oder eingreifen kann. Wenn eine Behandlung nicht wie geplant verläuft, kann es sein, dass der Patient einen neuen Abdruck nehmen und neue Fotos schicken muss. Diese Behandlungsmaßnahme kommt sicherlich all denjenigen Patienten zu Gute, die beruflich oder zeitlich aus anderen Gründen sehr eingespannt sind und nicht jeden Monat eine Zahnarztpraxis aufsuchen möchten.

Nichtsdestotrotz ist hierbei noch größere Sorgfalt während der Anwendung geboten als bei einer persönlich betreuten Behandlung. Nur wenn der Anwender gewissenhaft den vorgegebenen Schritten folgt, kann ein ansprechender Behandlungserfolg garantiert werden.