Frische Luft schnappen und die Stadt entdecken – das hört sich nach einem erholsamen Spaziergang an. Wie wär’s, wenn du mal eine Kamera mitnimmst und daraus einen Photowalk machst? Wer Lust hat die Fotografin oder den Fotografen in sich zu entdecken, sollte hier weiterlesen. Wir haben Tipps zusammengetragen, die dir beim ersten Photowalk durch Berlin helfen könnten.

Man muss wohlgemerkt kein/e Experte/Expertin sein – wir sind es auch nicht. Professionelles Equipment ist auch nicht notwendig. Mit einer einfachen Digitalkamera oder dem Handy können auch sehr beeindruckende Bilder gemacht werden.

Am Berliner Tempelhofer Feld (geschossen von Mai Ly Nguyen mit einer Digitalkamera)

Plane deinen Photowalk

Es ist ratsam, sich vor dem Photowalk eine Strecke rauszusuchen. Es müssen nicht jede Minute und jeder Meter streng getaktet sein, aber zumindest sollte der Startpunkt klar sein. Ein Photowalk ist sowohl allein, als auch mit Freund/innen möglich. Möchtest du Berlin lieber  alleine erkunden oder fühlst du dich wohler und motivierter, wenn du nebenbei noch mit Freund/innen quatschen kannst?

Ein Tipp, um den Photowalk ein bisschen zu strukturieren: 

Denke dir Keywords aus, die dir als grobe Richtlinie dienen. Bei solchen Wörtern hast du die Möglichkeit, deiner Kreativität freien Lauf zu lassen und sie anzukurbeln. Aber auch schon existierende Ideen kannst du daran anpassen und verwirklichen. 

Hier kommen unsere Keywords und Fotos vom Photowalk durch Berlin-Tempelhof / Kreuzberg als Beispiel: 

#Wasser (geschossen von Mai Ly Nguyen mit einer Digitalkamera)
#Licht (geschossen von Mai Ly Nguyen mit einer Digitalkamera)
#Atmosphäre (geschossen von Mai Ly Nguyen mit einer Digitalkamera)
#Bewegung (geschossen von Mai Ly Nguyen mit einer Digitalkamera)

Street, Urban, Architektur, Landschaft – Fotografieren im vielfältigen Berlin

Jeder Berliner Bezirk hat seinen eigenen Charme und ist anders, sodass sich diverse Motive zum Fotografieren ergeben. Wenn du mehr auf Natur stehst, sind Grünewald oder Schmargendorf tolle Orte für dich. Die beiden Bezirke befinden sich zwar noch in Berlin, unterscheiden sich aber von dem Rest der Stadt komplett. Die zahlreichen Parks und Grünanlagen in Berlin bilden aber auch gute Vorlagen für die Landschaftsfotografie.

Je nach Bezirk (sogar Kiez) kann man zahlreiche Eindrücke von der Architektur Berlins erhalten. Bewegt man sich im Zentrum von Berlin, ist man umgeben von hohen imposanten Gebäuden und beeindruckender Architektur, besonders im Regierungsviertel und bei der Museumsinsel. Es muss aber nicht immer schön und edel aussehen, denn auch Berlins Plattenbauten können ein hervorragendes Motiv mit urbanem Flair darstellen. 

Sonnenuntergang im Volkspark Wilmersdorf (geschossen von Katja Feїz mit einer Digitalkamera)
Wohnkomplex in Berlin-Tempelhof (geschossen von Mai Ly Nguyen mit einer Digitalkamera)

Auf der Suche nach geheimen Orten in Berlin zum Fotografieren

Es gibt nicht DEN EINEN Fotospot, den nur die Insider kennen! Oft kommt es auch gar nicht auf die Location an. Letztendlich sind es Licht, Schatten, Komposition und die Story dahinter, die ein gutes Bild ausmachen. Daher haben wir jetzt hier ein paar Tipps to go, wie du das Beste aus deiner Location rausholen kannst.

Wetter und Tageszeit

Schlechtes Wetter sollte dich nicht abschrecken! Coole Fotos können auch bei Regen entstehen. Wie unterschiedlich sich das Wetter und die Tageszeit auf das Bild auswirken kann, zeigen wir dir hier als Beispiel:

Bilder von der gleichen Location zur unterschiedlichen Uhrzeit (geschossen von Katja Feїz mit einem Handy)
  • Eine Location kann unterschiedlich je nach Wetter oder Tageszeit aussehen
  • Melancholische Stimmung oder ein Wunsch, mit sich selbst Zeit zu verbringen und allein Fotos zu machen: Abend und Regen irgendwo im Café 
  • Ein Photowalk mit Freund*innen: sonniger Tag 
  • Manchmal kombiniert ein Tag in sich unterschiedliches Wetter. Es ist besonders schön, wenn du die Vielfältigkeit der Stadt fühlen/sehen möchtest

Vor dem Photowalk: Im Vorfeld solltest du dir überlegen, wie du gelaunt bist und dir schon einige Gedanken zur Location machen. Schaue auch aus dem Fenster und prüfe, ob das Wetter zu deiner Idee passt. Stell dir vor, welche Atmosphäre deine Fotos vermitteln sollen. Dazu könntest du einige Notizen bezüglich Locations, Stimmungen und Umgebungen machen, um nichts zu vergessen. 

Die Perspektive macht den Unterschied

Wenn du keine typischen Touri-Bilder schießen willst, die schon jeder gesehen hat, empfehlen wir dir ab und zu auch mal nach oben zu schauen, den Kopf zu neigen oder in die Hocke zu gehen und von unterschiedlichen Perspektiven aus zu fotografieren. Entdecke so neue geheime Winkel und Ecken Berlins! Du kannst dich auch einfach in eine S-Bahn setzen und von dort aus fotografieren. So bekommst du nochmal eine andere Sicht auf Berlin. 

Berliner Fernsehturm aus der S-Bahn (geschossen von Mai Ly Nguyen mit einem Handy)
Gebäude in Lichtenberg von unten (geschossen von Mai Ly Nguyen mit einem Handy)
Foto aus der Hocke am Potsdamer Platz (geschossen von Katja Feїz mit einem Handy)
Foto bei der Mall of Berlin geneigt (geschossen von Mai Ly Nguyen mit einer Digitalkamera)

Die leckere Belohnung

Unserer Erfahrung nach muss man vorher keine bestimmten Cafés oder Restaurants in Berlin raussuchen. In jedem Bezirk gibt es authentische Szene-Bars, coole Cafés und Street Food. So kannst du dir nach einem anstrengenden Photowalk eine köstliche Pause gönnen. 

Fazit

In jedem Fall sollte ein Photowalk Spaß machen und kein Muss für dich sein. Sei nicht enttäuscht, falls nicht allzu viele Fotos geschossen wurden. Immerhin hat man am Ende des Tages tolle Erinnerungen gemacht. Sieh es als einen erholsamen Tag, an dem du Berlin mit anderen Augen gesehen hast.