Man sieht sie überall in der Stadt. Köstlichkeiten aus Fernost, afrikanische Spezialitäten und dazwischen immer die beliebte Currywurst mit Pommes. Street Food Markets nennt man das in mies verenglischtem Neusprech. Früher sagten die Leute einfach Straßenstand oder Pommesbude, aber das klingt für die hippen Berliner nicht toll genug.

Entstanden ist diese Erscheinung aus reiner Not. Nicht jeder Koch kriegt eine Stelle im Restaurant und nicht jeder Restaurantbesitzer kann sich die zum Teil abartig hohen Pachtzahlungen leisten. Eine mobile Garküche oder eine an den PKW angehängte Pommesbude sind billiger und flexibler. Steht man nicht ausgerechnet bei Curry-Uwe am Kudamm, fühlt man sich wie in Bangkok oder Mombasa, wenn man einen der zahlreichen Street Food Markets besucht. Fremdländische Gerüche kitzeln die Nase, Menschen aller Nationen drängen sich um den Grill des Kochs und tausche sich aus.

Die Genusstour quer durch die Stadt

Wer nach einer durchgezechten Nacht keine Lust auf selbst bestrichenes Marmeladenbrot hat, fährt ganz einfach nach Kreuzberg. Dort gibt es einen Breakfast Market mit lokalen Frühstücks-Spezialitäten. Super Sache. Auch Bekannte vom Clubbesuch am Vorabend lassen sich finden.

Trotz Müdigkeit, lohnt sich ein Besuch auf dem RAW-Gelände in der Neuen Heimat. Dort ist deutlich mehr los. Man fühlt sich wie auf dem Chatuchak Weekend Market in Bangkok. Gedränge, Gequatsche und dazu der Duft von Thai-Curry, koreanischem Kimchi und italienischer Pasta. Wie ein Fremdkörper ragt Mutzenbachers Schnitzelpuff aus der Menge, ein Lokal mit österreichischen Spezialitäten. Sehr empfehlenswert sind hier auch die Käsespätzle und natürlich der hausgemachte Kaiserschmarrn.

Nachdem dich die kulinarischen Leckereien aus den Bergen langsam aus dem Delirium erwachen lassen, ist ein Gang zum Ausgangspunkt durchaus empfehlenswert. Die Clubs am Prenzlauer Berg haben zwar noch geschlossen, aber bei der Kulturbrauerei stehen jede Menge Food Trucks, an denen man sich mit asiatischem Essen, etwas Süßgebäck und einem aufmunternden Kaffee stärken kann.

Zurück in die Nacht

Ein Start in die noch junge Nacht lässt sich in Wilmersdorf an der Thai-Wiese im Preußenpark genießen. Der Name ist Programm. An provisorisch aus Bierträgern und Plastikkisten gebauten Marktständen präsentieren hübsche Damen Tilapiabarsch, Kokosmilchsuppe und gedämpften Tofu im Bananenblatt.

Ein ähnliches Angebot gibt es bei der Kunsthalle nahe der U-Bahn-Station Senefelder Platz. Dort gibt es einen Street Food Market mit dem unaussprechlichen Namen Pojangmacha. Das ist koreanisch und bedeutet Straßenhändler. Leider findet dieser Food Market nur sporadisch statt.

Beim Bite Club an der Spree, direkt an der Hoppetosse, kann man sich gut aufgehoben fühlen. Deren Food Festival hat bis 24 Uhr geöffnet, der kulinarische Fokus liegt auf Asien und Lateinamerika. Wenn man hier alles bekommt, wozu soll man dann noch ins Flugzeug steigen? Es gibt doch alles in Berlin, was man braucht.

2018 wollen die Betreiber des Kreuzberger Street Food Thursday einen neuen Food Market mit türkischem Essen aufmachen. Verhungern wirst du in Berlin definitiv nicht.